Schwarz­geld • Steuer hin­ter­zo­gen • was nun?

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Irgend­wann wurde mir von meinen Eltern ein Konto im Ausland überschrieben…
Ich besitze noch eine Liegen­schaft im Aus­land, die habe ich aller­dings noch nie in der Schweizer Steu­er­erklä­rung auf­geführt, denn sie liegt ja im Aus­land…
Meine El­tern haben mir einen grossen Betrag Bar­geld in einem Bank­schliess­fach ver­erbt, von dem ich bislang keine Kennt­nisse hatte…

Kommt Ihnen das be­kannt vor? Oder gibt es einen ähnlichen Sach­verhalt, der Ihnen seit Jahren auf dem Magen liegt weil Sie nicht sicher sind, ob die Ver­mögens­werte richtig dekla­riert wurden – oder ob sie überhaupt offen gelegt wurden?

Schwarz­geld, Steuer­hinter­ziehung, Auto­mati­scher Informations­austausch… diese Themen ge­hören sicherlich nicht zu den­jenigen, mit denen man sich gerne aus­einander­setzt. Sie sind für die Betrof­fenen mit Ängsten, emotiona­len Be­last­ungen und Sor­gen ver­bunden. Wes­halb Werte un­ver­steuert blei­ben und Konten nicht de­klariert werden, kann ganz unter­schiedliche Gründe haben – sich die Steuern „sparen“ zu wollen, ist nur einer davon.

Dem Ent­scheid „reinen Tisch zu machen“ und die Situat­ion zu be­reini­gen, geht oftmals eine lange Phase des Ab­wägens vor­aus, denn u.U. waren die Werte bereits seit Ge­ne­rati­onen nicht de­kla­riert und ein Um­denken scheint bei den Be­trof­fenen nicht immer einfach.

Als Steuer­berater­in be­gleite ich re­gel­mä­ssig Per­son­en in diesem Pro­zess und bin immer wieder über­rascht, wie stark eine solche Si­tua­tion die be­trof­fenen Familien be­lasten kann

Die gute Nachricht ist, dass sich die Si­tua­tion – aus steuer­recht­licher Sicht, und dafür bin ich hier zu­stän­dig – relativ einfach be­reinigen lässt, denn seit 2010 gilt in der Schweiz die „kleine Steuer­amnestie“, welche die Möglich­keit der straf­losen Selbst­anzeige ein­führte.

Straf­lose Selbst­an­zeige, Nach­dekla­ration – was heisst das?

Wenn eine steuer­pflich­tige Person zum ersten Mal eine Steuer­hinter­ziehung selbst an­zeigt, wird auf eine Be­straf­ung ver­zichtet. Nach­steuern und Zinsen bleiben jedoch ge­schuldet.

Nicht nur für sich selbst kann eine Selbst­an­zeige ein­gereicht werden. Beim zweiten An­wen­dungs­bereich der Selbst­anzeige handelt es sich um den „Erb­fall“ von un­ver­steuer­ten Werten:
Wenn die Erben melden, dass ein Ver­storbe­ner nicht alle Steuer­faktoren korrekt de­klariert hat, er­folgt die Nach­besteuer­ung dieser Werte nur für die drei letzten Jahre vor dem Tod, statt für zehn Jahre.

Voraus­setzungen einer straf­losen Selbst­anzeige:

Der Steuer­pflichtige
muss das erste Mal eine Selbst­anzeige vor­nehmen
muss von sich aus tätig werden, d.h. der Sach­ver­halt darf keiner Steuer­be­hörde be­kannt sein
muss sich gegen­über der Steuer­be­hörde ko­ope­ra­tiv zeigen, d.h. an der Auf­klär­ung des ge­samten Sach­verhalt­es vor­behalts­los mit­arbeiten
sich ernst­haft um die Be­zahl­ung der Nach­steuern bemü­hen.

 

 

 

 

Wieso ist jetzt der richtige Zeit­punkt?

Als die straf­lose Selbst­anzeige in der Schweiz ein­geführt wurde, ging man davon aus, dass die Zahl der Selbst­an­zeigen in den ersten Jahren stark an­steigen, danach jedoch ab­flachen würde. Wie die neu­sten Zahlen für das Steuer­jahr 2014 zeigen, gingen in fast allen Kantonen der Schweiz so viele Selbst­an­zeigen ein, wie noch nie.

Dass die Zahl der straf­losen Selbst­an­zeigen auch vier Jahre nach der Ein­führ­ung nicht sinkt brachte neuer­lich Politiker auf den Plan, mit For­de­rung­en, die zeit­liche An­wend­bar­keit der „kleinen Steuer­amnestie“ be­gren­zen zu wollen. Ob diese po­li­tisch­en An­sinnen chancen­reich sind, ist z.Z. noch un­ge­wiss.

Em­pfehlung

Grund­sätz­lich ist das Ein­rei­chen einer Selbst­an­zeige nicht an eine spezi­fische Form ge­bunden.

Wichtig ist dabei, dass ein für alle Mal die ge­samten Werte offen­gelegt werden – denn die Straf­losig­keit kann nur bei der ersten Selbst­an­zeige in An­spruch ge­nommen werden.

Auf­grund der Wichtig­keit und möglicher Kon­se­quenz­en einer un­voll­ständi­gen Offen­legung emp­fiehlt es sich, für die Auf­ar­bei­tung einen qua­li­fi­zierten Steuer­be­rater bei­zu­ziehen und aus Be­weis­gründen die Selbst­an­zeige schrift­lich und gut do­ku­men­tiert ein­zu­reichen.

Ich per­sönlich lege jedem ans Herz, sich lieber heute als erst morgen für eine voll­stän­dige Offen­le­gung der Ver­mögens­werte zu ent­scheiden.

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